Thermo - Koagulation nach Dr. Siedow
TKS Zentrum und Orthopädische Privatpraxis

Die Orthopädiepraxis in München - Grünwald und im Münchner Umland mit Rundumversorgung.

Synonyme

Kalkaneussporn bzw. Calcaneussporn, Fasciitis plantaris, schmerzhafte Ferse, unterer Fersensporn, oberer Fersensporn, dorsaler Fersensporn.

Allgemeine Hinweise

Der Fersensporn (von lateinisch calcaneus, Ferse(nbein); Fasciitis plantaris) ist eine dornartige, verknöcherte Ausziehung des Fersenbeins, die sich durch Reizung entzünden und dann Schmerzen verursachen kann.

Roentgen Fersensporn 1024
Fersensporn mit Schmerzpunkt (klicken zum vergrößern)

Ursachen

Ein Fersensporn bildet sich am Sehnenansatz (Plantarfaszie) von Muskeln am Fersenbein, infolge von Mikroverletzungen des Gewebes, die durch Überbeanspruchung entstehen. Im Verlauf der Heilung dieser Mikroverletzungen lagert der Körper als Reparaturmaßnahme Knochenmaterial in den Sehnenansatz ein. Fersensporne können über eine sehr lange Zeit bestehen, ohne wesentliche Beschwerden zu verursachen.

Kommt es jedoch zu einer Reizung im Bereich des verknöcherten Sehnenansatzes, können Entzündungen entstehen. Ohne Behandlung führen die Entzündungen wiederum zu einer Verstärkung der Verknöcherung und somit zu einer permanenten Verschlechterung, mit der Gefahr eines chronischen Verlaufs. Ein normaler Abrollvorgang beim Gehen ist dann oft nicht mehr möglich.

Häufigkeit

Beim Fersensporn handelt es sich um eine häufige, verschleißbedingte (degenerative) Erkrankung. Mit dem Alter nimmt demzufolge die Erkrankung zu. Die Erkrankung erfolgt im Schnitt zwischen 40 und 60 Jahren. Frauen sind geringfügig häufiger betroffen als Männer.

Ein Fersensporn ist bei älteren Menschen in ca. der Hälfte der Fälle nachweisbar. Nicht jeder Fersensporn ist therapiebedürftig, bzw. verursacht Beschwerden.

Definition

Der untere Fersensporn ist eine dornartige, verknöcherte Ausziehung des Fersenbeins, die sich durch Reizung entzünden und dann Schmerzen verursachen kann. Die Schmerzen befinden sich typischerweise unter der Fußsohle (Ferse).

Als oberen oder dorsalen Fersensporn (selten) bezeichnet man eine schmerzhafte knöcherne Ausziehung am Fersenbeinansatz der Achillessehne.

Symptome

Meistens besteht ein stechender Schmerz beim Auftreten oder auch dumpfe Schmerzen im Fersenbereich auch ohne Belastung (z.B. im Liegen). Typisch sind die Anlaufschmerzen nach längerem Liegen oder Sitzen, vor allem morgens. Der Schmerz ist unmittelbar unter der Ferse lokalisiert (das Gefühl auf einem Dorn zu laufen).

Insbesondere treten folgende Symptome auf:

  • Stechender Schmerz beim Auftreten
  • Dumpfe, unregelmäßig auftretende Schmerzen im Fersenbereich auch ohne Belastung (z. B. im Liegen)
  • Anlaufschmerzen (nach längerem Liegen oder Sitzen, insbesondere morgens)
  • Kann gemeinsam mit Fersenschmerzen auftreten (stechender Schmerz unter der Ferse)
  • Meistens mit Schmerzen im Sinne eines kontrakten Senkfußes verbunden (das so genannte TM-I-Gelenk wird gereizt)
  • Gelegentliche Schwellungen im Knöchelbereich
  • Beim unteren Fersensporn: starke Druckempfindlichkeit am Sehnenansatz (seitlich im unteren Fersenbereich)
  • Beim oberen Fersensporn: starke Druckempfindlichkeit der Achillessehne, vor allem etwa auf Knöchelhöhe

Diagnose

Der Patient gibt zumeist schon bei der Befragung den Hinweis auf die Erkrankung. Ein Röntgenbild sichert die Verdachtsdiagnose wobei die typische knöcherne Ausziehung am Fersenbein zur Darstellung kommt. Zusammen mit dem lokal auslösbaren Druckschmerz reicht dies im allgemeinen zur Diagnostik des unteren Fersensporns. In Ausnahmefällen kann auch eine Magnetresonanztomographie zur Anwendung kommen.

Behandlung / Therapie

Konservative Therapie

Die primäre Behandlung erfolgt mit entsprechenden entlastenden Einlagen (Locheinlagen) und weichen Fersenkissen.

Dazu kann die Einnahme von nicht verschreibungspflichtigen, schmerzlindernden und entzündungshemmenden Arzneimitteln hilfreich sein. Hierzu gehören zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS, z. B. Aspirin®), Ibuprofen (Ibu 600 oder Ibu 800 u. a.) und Diclofenac (Voltaren ®, u. a.).

Lokale Kortisoninjektionen mit meist zeitlich nur begrenztem Nutzen. Dabei wird der Muskel -Sehnenansatz mit einer entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamentenmischung aus Lokalanästhetika und Kortikoiden infiltriert. Teilweise werden bis zu drei Injektionen im Abstand von ein bis zwei Wochen verabreicht.

Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT): Die Anwendung mittelenergetischer fokussierter Schallwellen kann den chronischen Schmerz lindern, der Wirkmechanismus ist in Ansätzen geklärt. Die Kosten dieses Verfahrens dürfen laut Gesetzeslage nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Die meisten privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten auf Antrag, ebenso die Beihilfestellen, wenn die konventionellen Maßnahmen ausgeschöpft wurden.

Operative Therapie

Die operative Entfernung des Fersensporns hat sich in der Vergangenheit nicht bewährt und wird kaum noch durchgeführt.

Seit neuesten wird die von Dr. Dr. Uwe B. Siedow entwickelte Thermokoagulationsbehandlung sehr erfolgreich angewendet. Über 80% der behandelten Patienten ist bereits nach einer Anwendung schmerzfrei. Zu Ihrer weiteren Information sehen Sie hier die beiden Artikel "Schmerzfrei trotz Fersensporn" (Zeitschrift "Orthopress" aus dem Jahr 2016.01) - und "Fersensporn - Gehen wie auf Dornen" (Zeitschrift "Orthopress" aus dem Jahr 2013).

Der operative Eingriff gehört zu den minimalinvasiven Techniken. Er kann in örtlicher Betäubung, aber auch bei empfindlichen Patienten in einer Schlafnarkose (Analgosedierung) durchgeführt werden.

Über einen sehr kleinen Hautschnitt wird der Sehnenansatz inzidiert und dann mittels der Thermokoagultionstechnik die kleinen, schmerzleitenden Nerven jeweils verödet.

Die Operation dauert nicht länger als 20 Minuten und nach einer kurzen Überwachungszeit von 30 Minuten kann der Patient wieder nach Hause gehen.

  • Bild_1_TKS_Ferse_1_ohne_NadelBild 1
  • Bild_2_TKS_Ferse_2_mit_NadelBild 2
  • Bild_3_TKS_Fersensporn_mit_Nadel_1Bild 3
  • Bild_4_TKS_Fersensporn_mit_Nadel_2Bild 4

Bild 1 und 2: Behandlung des chronisch schmerzhaften Fersenbeins mit der TKS-Sonde.
Bild 3 und 4: Die Sondenspitze liegt am knöchernen Anteil des unteren Fersensporns.

Prognose – Heilungschance

Die Prognose bzw. Heilungschance für eine erfolgreiche Fersenspornbehandlung ist gut. Bei mehr als 90 Prozent der Patienten wird eine deutliche Beschwerdelinderung oder sogar eine Beschwerdefreiheit erreicht.

Das Krankheitsbild des Fersensporn neigt sich zudem zum Rezidiv (erneute Beschwerden). Auch wenn eine konservative oder operative Therapie erfolgreich verlaufen ist, können jederzeit Beschwerden wieder auftreten.

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